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Ratte an Bord! |
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Zum zweiten Mal hat sich eine achtköpfige Segelcrew des Schweinfurter Ruder-Clubs aufgemacht, um die rauhe Seefahrt auf der Ostsee an Bord der "SYSJØSTERNEN“ zu erleben. Eigentlich fing alles wieder ganz gemächlich an. Die Abfahrt am Samstagmorgen war mit 5.30 Uhr zwar unmenschlich früh, aber trotz der Müdigkeit, die allen noch in den Knochen steckte, wurde der Clubbus zügig beladen und Herbert hat uns die ersten zweieinhalb Stunden so sanft bis Hildesheim chauffiert, dass das Schlafdefizit doch etwas ausgeglichen werden konnte. Kurz vor Kiel hat uns dann ein heftiger Regenguss über die Wetteraussichten noch einmal kräftig verunsichert. Beim Einschiffen auf der Blücherbrücke in Kiel schien aber wieder die Sonne, so dass wir trocken, in bester Laune und froher Erwartung die Leinen loswarfen. Nachfolgend das Logbuch unserer Reise. Samstag, 11. August 2001 Crew: Ute Reinhart, Dominique Tully, Manfred Griebel, Wolfgang Meyer, Detlef Reinhart, Herbert Stuhlert, Heinrich Tully und als Gast „Gustav“ alias Karl Fritz Zweig Skipper: Dirk Reinhart Wetter: wechselnd bewölkt, doch trocken, mäßig warm und mäßiger Wind 1130 Uhr: Leinen los, unter Segel Kurs Kiel Leuchtturm am Ausgang der Kieler Förde. Gegen 17.00 Uhr machen wir in Maasholm in der Schleimündung fest. Sonntag, 12. August 2001 Wetter: bedeckt, frischer Wind bis Windstärke 6. Dirk bindet bereits im Hafen ein Reff ins Großsegel. Im engen Fahrwasser geht es unter Segel zügig hinaus aus der idyllischen Schleimündung. Beim Halsen am Ende des Fahrwassers reißt eine Kausch (Refföse) aus. Sofort schießen wir in den Wind und Dirk repariert unter Beifall der Crew den Schaden fachmännisch. Danach treibt uns der kräftige Wind zügig und schnell nach Sonderborg, den ersten Hafen unseres Törns in Dänemark. Das Rollen des Schiffes hilft auch der Küchencrew des Tagens, Dominique und Herbert, die Bratwürste zu braten. Sie haben alle Hände voll damit zu tun, sie in der Pfanne zu halten. Dafür werden Sie rundum schön braun. Bereits am Leuchtturm Kalkgrund im Fahrwasser der Flensburger Förde trübt es ein und wir haben kaum im Handelshafen von Sonderborg festgemacht beginnt der große Regen, der bis zum Morgen anhält und uns und das Schiff durchnässt. Ein weiterer Schaden an der Lenzpumpe für die Abwassertanks macht es erforderlich, dass Dirk von seiner Frau Ina abgeholt wird, um in Kiel Ersatzteile und die Reparatur der Riemenscheibe zu organisieren. Montag, 13 August Am nächsten Morgen hört der Regen auf und wir haben Zeit, die nassen Sachen zu trocknen, bis Dirk gegen zwei Uhr aus Kiel zurückkehrt. Danach geht es durch den Alsensund nach Abenrade, der deutschesten Stadt in Dänemark. Dienstag, 14. August 2001 Ratte an Bord!! Mit diesem gellenden Schrei weckt uns Heinrich am frühen Morgen. Die sofort einsetzende Jagd fördert einen Nerz aus den Kajüten des Vorschiffs wieder an Deck, der völlig verschreckt froh ist, einen Weg von Bord zu finden. Nach Stadtbesichtigung im Nieselregen geht es weiter nach Faborg auf Fünen. Unterwegs reißt die Wolkendecke auf und Hoch „Hilde“ schickt uns endlich die Sonne, die uns nach der Nässe des Morgens aufwärmt. Nur schläft mit der Wetterbesserung auch der Wind ein, sodass der Motor helfen muss, unser Ziel Faborg zu erreichen. Mittwoch, 15. August 2001 Ein strahlender Sommertag bricht an! Gustav bekommt den Duschorden, da er bereits am Vorabend den Duschautomaten blockiert hat und somit alle (männlichen) Crewmitglieder kostenlos duschen können. Ersparnis: 35 Kronen! Wir ankern mittags in einer Inselbucht. Baden ist angesagt! Brrr..., nur Dirk und Detlef können sich überwinden. Abends laufen wir in den Hafen von Aerosköbing ein, ein malerisches Märchenstädtchen a la Christian Andersen. Am Steg steht eine Sitzgruppe mit Tisch und Bänken, wie bestellt, an der wir den Sommerabend bis spät in die warme Nacht genießen. Donnerstag, 16. August 2001 Wieder ein strahlender Morgen, aber kaum Wind. Wir fahren durch den Svendborg Sund durch eine wunderschöne Landschaft. Herrschaftliche Häuser auf großen Seegrundstücken wecken Wünsche und zeigen, dass auch in Dänemark Wohlstand nicht unbekannt ist. Chili con Carne und australischer Rotwein zum Mittagessen schaffen bei der Crew jedoch wieder Zufriedenheit und Wohlbefinden. Am Nachmittag setzen wir einen Teil der Besatzung vor Waldemars Slot auf Taasinge ab, einer wunderschönen Schlossanlage aus dem 18. Jahrhundert. Die übrige Crew ankert und badet (nur Dirk). Der Wind brist zwischenzeitlich auf, jedoch aus der falschen Richtung, sodass wir, nachdem die Ausflügler wieder an Bord sind, unter Motor gegen den Wind Rudköbing, unseren letzten Hafen in Dänemark, anlaufen. Nach einer Besichtigung des schönen verschlafenen Städtchens gehen wir früh ins Bett, da am nächsten Morgen der lange Törn zurück nach Kiel ansteht. Freitag, 17. August 2001 Wieder ein schöner Tag, nur etwas kälter als am Vortag. Gustav hat doch noch einen Bäcker gefunden und liefert um 7.30 Uhr die versprochenen Brötchen. Bereits um 8.00 Uhr laufen wir aus, Richtung Marstall. Neptun und die Crew bekommen heute einen besonderen Schluck zum Start. Aalborger Jubiläumsaquavit statt Rum (Flasche leer!) soll uns den Meeresgott wohlgesonnen stimmen. Was bis auf die Windrichtung auch klappt. Wieder müssen wir unter Motor gegen Wind und Strömung ankämpfen und auch die Hoffnung, nach Marstall auf dem offenen Wasser günstigere Bedingungen zu bekommen, erfüllt sich leider nicht. Umso besser für Manfred, der beschlossen hat, auf der Überfahrt nach Kiel sein Steuermannspatent zu machen. „Es ist ja so breit hier“ ist seine Begründung für den Kurs, der stark an seine Kreuzfahrterfahrung erinnert. Am Abend machen wir am Akademischen Segelclub in der Kieler Innenförde fest und lassen die Woche mit einem stimmungsvollen Essen in Dirks und Inas Lieblingsrestaurant „Kulisse“ ausklingen. Samstag, 18. August 2001 Bereits um 6.00 Uhr ist die Crew wach. Nach einem Frühstück auf dem sonnenüberfluteten Deck tritt die Crew, mit Ausnahme von Ute und Detlef, die noch eine weitere Woche segeln wollen, um 9.00 Uhr die Heimreise nach Schweinfurt an. Detlef Reinhart |
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