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Lieder zum Rudersport
(Erfasst von Hauke Hans aus
"Ruderlieder", DRV, 3.Ausgabe, 1956)
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Über uns der blaue Himmel
(unbekannt)
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Über uns der blaue Himmel, unter uns die klare Flut, in der Hand das schlanke Ruder und im Herzen frohen Mut.
Wie die Möwe durch die Lüfte spielend schießt in leichtem Flug, also spielend durch die Wogen gleitet unsres Bootes Bug,
also spielend durch die Wogen gleitet unsres Bootes Bug.
Bei der Wettfahrt heißem Ringen, wenn sich leuchtend hebt die Brust, wenn gespannt die Puste fliegen, pocht das Herz in hoher Luft.
Schön ists Rudern; doch als Mittel dient uns nur der Wettfahrt Spiel: Lorbeerkranz und Ehrenbecher sind nicht unser höchstes Ziel.
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Der Rudersmann
Reinhold Kleinmann, 1919
Singweise:
Der Rudersmann
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Die bunten Blumen blühen an Bach und Stromesrand, und weiße Rosen glühen im See am grünen Strand.
Tral-li, tral-lei! Wer bleibt zu Haus? Juch-he, juch-hei! Drum frisch hinaus, der Kraft bewußt, das Herz voll Luft, voll Sonne, voll Wonne die Brust, hoi-ho!
Tral-li, tral-lei! Jetzt zeig uns sein ein jeder, was er kann! In unsrem Boot will jeder sein ein wakrer Rudersmann.
Ich laß die Ufer gleiten am Boote still vorbei und froh die Brust sich weiten so jugendfrisch und frei. Tralli, trallei! Wer käm mir recht- Juchhe, juchhei!-, der tauschen möcht, wenns Boot geschwind durchs Wasser rinnt wie brausender, sausender Wind? Hoiho! Tralli, trallei! Wer hats so gut und ist wohl schöner dran, als draußen auf der klaren Flut der stolze Rudersmann?
Wer will es mir verwehren, kehr ich im Wirtshaus ein? Die Ruderei zu ehren ziemt sich ein Gläschen Wein. Tralli, trallei! Wers ehrlich meint – Juchhe, juchhei! -, der sei mein Freund und setz sich sein in unsre Reihn zum schäumenden, funkelnden Wein, hoiho! Tralli, trallei! Der stoß mit mir aufs liebe Rudern an! Und wers nicht tut, der wird mir schier kein echter Rudersmann.
Und hältst auch du, Kamrade, die Ruderei in Ehr, komm mit zum Flußgestade: Es kündet manche Mär- Tralli, trallei!- von Wonnetag- Juchhe, juchhei!- und Ruderschlag, von Luft und Scherz, von Treu wie Erz und springendem, klingendem Herz, hoiho! Tralli, trallei! Und brüderlich schau ich ins Aug dir dann: „Das Glück mit dir! Werd du wie ich ein ganzer
Rudersmann!“
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Mannhafter Frohsinn
(Teodor Göritz, geb. 1882)
Singweise:
Von allen den Mädchen
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Wir leben ein Leben der Arbeit und Pflicht und mühen uns redlich und bieder,
doch sieht jede Stunde ein frohes Gesicht, und keine hört traurige Lieder.
Wir pflücken die leuchtenden Rosen der Zeit, entrückt allem Sorgen und Jammern,
und öffnen der Freude die Tore ganz weit und schließen ihr auf alle Kammern.
Die Sonne lacht hell uns frohlaunig zu, so oft wir mit Jauchzen sie grüßen;
Wir hassen wie sie alles seichte Getu und sind nicht für Torheitenbüßen.
Der Frühling streut Blüten voll Duft unsrem Pfad, der silbern sich schlingt durch die Auen,
und was auch die Welt nur an Schönheiten hat, das läßt sie uns selig erschauen.
Ja, unser die Weite mit all ihrer Pracht, die Welt, die wir stolz uns errudern.
Die Heimkehr die Boote voll fröhlichster Fracht, der Frohsinn allein mißt nach Rudern!
Davon tragen Kisten und Kasten wir voll. Und kommt einst der Winter des Lebens und brausen die Stürme in Dur und in Moll, sie rütteln an uns stets vergebens.
Juchheissa! Die Zeit bei den Hörnern gepackt, wir wollen sie meistern und zwingen.
Und schließen auch Hölle und Teufel den Pakt, der Kampf wird uns immer verjüngen.
An uns haben Alter und Tod keine Macht, sie sind uns gar winzige Zwerge;
der Glaube, daß Lenz wir und Jugend in Pacht, der Glaube versetzt alle Berge!
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Frisch nun ein Lied!
(Unbekannt)
Singweise:
Burschen heraus!
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Frisch nun ein Lied!
Heil, wenn Gesang das Herz durchzieht!
Laßt ihn erschallen an jedem Ort,
laßt uns besingen den Rudersport,
laßt in dem Jubel der Jugendlust stetig erklingen
aus aller Brust frisch nun ein Lied.
Frisch nun ein Lied!
Heil, wer den Riemen kraftvoll zieht,
heil, wer der schönen Ruderrei sich hat ergeben in deutscher Treu!
Wenn für das Rudern, unentwegt, warm ein Jünglingsherze schlägt:
Dann frisch ein Lied!
Frisch nun ein Lied,
wenn uns von Liebe das Herz erglüht!
Gilt es dem Liebchen, lieb und traut,
gilt es der heimlichen Herzensbraut;
gilts dem Freunde, der uns nicht läßt,
gilts dem Bruder, wahr und sest:
Frisch dann ein Lied!
Frisch dann ein Lied!
Heil, wenn Gesang dein Herz durchzieht!
Heil dem deutschen Liederklang, heil deutscher Rudrer Festgesang.
Drum Sportgenossen, frank und frei, daß es ewig also sei:
Hip hip hurra!
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Das Bootshaus
(Meinhold Kleinmann, *1918)
Singweise:
Trink ich einen deutschen Wein
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Einsam steht ein schmuckes Haus; hell die Fenster blinken. Froh schauts auf den Strom hinaus, läßt die Flagge winken. Sei willkommen, trautes Bild! Unser Herzen, dank erfüllt, treu dich in sich schließen, treu dich in sich schließen.
Wirft das Schiksals Sturm hinaus mich in weite Ferne: An das liebe Ruderhaus denk ich dann so gerne! Treu im Herzen lebet fort Blik und Handschlag, Lied und Wort aus der Brüder Kreise, aus der Brüder Kreise.
Wenn des alters Silberband einst die Stirn mir kränze und mir der Erinnrung Hand Jugendwein kredenzet – lächelnd sehn ich euch zurück, Ruderlust und Ruderglük und dich, liebes Häuschen.
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