Landshuter Sprintregatta
06. Oktober 2002

 

 

Glücklose Schweinfurter

Es gibt Tage, an denen nichts so läuft, wie man es sich vorstellt. Tage an die man nicht gerne zurückdenkt, die aber länger in Erinnerung bleiben. Tage, an denen man sich wünschte, nicht aufgestanden zu sein.

Doch die Aktiven des “RCFS” blieben nicht im Bett liegen, sondern fuhren am Sonntag, den 06. Oktober, um fünf Uhr zur Kurzstreckenregatta nach Landshut.

Die Taktik beim Sprint ist einfach: Aggressiver Start, danach etwa 55 harte Schläge mit maximaler Schlagzahl und schon ist das Rennen vorbei.

Doch von einem aussagekräftigen Kräftemessen konnte in Landshut nicht die Rede sein. Die widrigste Rolle hierbei spielte die starke Strömung. Die Isar erinnerte an diesem Tag mehr an einen Gebirgsbach denn an eine Regattastrecke.

Wegen der Strömung konnten beim Start die Ruder nicht richtig in Stellung gebracht werden, so dass die Starts selbst von den Erfahrensten in ein wahres “Krebs-Festival” (“Krebs” = Fachausdruck im Rudern, wenn das Ruder infolge falscher Winkelstellung tief ins Wasser abtaucht.) ausarteten und bei jedem zweiten Rennen die DLRG ausrücken musste, um Gekenterte aus dem Fluss zu retten.

Auf den Bahnen “1” und “2” wurde man von der Strömung ans Ufer gedrängt und musste gegen Ende der Strecke noch eine Kurve fahren. Anders auf den Bahnen “3” und “4”: Hier wurde man von der gewaltigen Strömung ohne Umweg geradezu ins Ziel geschwemmt.

So entfielen an diesem Tag 99% der Siege auf diese zwei Bahnen. Leider hatten die Schweinfurter zu 99% die anderen beiden Bahnen. So landeten Christian Fröschel und Sebastian, beides bayerische Meister und passionierte Skiff-Fahrer, von Startbahn “1” startend auf den letzten Plätzen.

Weiterhin wurden keine richtigen Schiedsrichterboote eingesetzt, sondern große Kähne mit enormen Bugwellen. Patrick Lunz wurde im Einer am Start liegend von einer solchen Welle erfasst. Zwar konnte er mit größter Not das Kentern verhindern, hatte sein Boot nun aber randvoll mit Wasser. Das Rennen wurde dennoch gestartet...

Ganz klar, dass man mit zehn Kilo flüssigem Zusatzgewicht, das zudem bei jedem Schlag hin und her schwappt, kein Rennen zu gewinnen ist.

Ulrich Müller und Peter Wenzel wurden kurz vor dem Ziel – eine Länge in Front liegend – ebenfalls Opfer einer solchen Welle und mussten den sicher geglaubten Sieg gegen Rang 2 eintauschen.

Es war aus Schweinfurter Sicht ein Wochenende der zweiten Plätze, oder auch das “Bayer-Leverkusen-Syndrom”, wie auf der Heimfahrt sarkastisch kommentiert wurde.

Alexander Krüger (JM 1x B LG), Matthias Preißler (JM 1x B) und zweimal Ulrich Müller mit Peter Wenzel (JM 2x B LG) verpassten jeweils nur knapp den Sieg.

Doch es gab auch zweite Plätze, die positiv stimmten:
Matthias Preißler wurde mit seinem Partner B. Beck von der RG Bayern  im Zweier-ohne Junior A nur knapp von den amtierenden deutschen Meistern bezwungen. Patrick Lunz und Christian Fröschel kamen im Dopperlzweier Junioren A kurz hinter den bayerischen Vize-Meistern ins Ziel. Ein beachtliches Resultat, da die beiden erst einmal zusammen trainierten und Patrick noch Junior B, also die nächstjüngere Alterklasse, fahren dürfte.

Fehlende Schiedsrichter und falsch eingeteilte Rennen, so dass sich Leichtgewichte zwischen Schwergewichten wieder fanden, machten das Chaos der Veranstaltung perfekt.

Einerseits war die Stimmung wegen der mageren Ausbeute ziemlich gedämpft, andererseits sind die Schweinfurter nun für die nächste Regatta hoch motiviert, um mit zahlreichen Siegen den Tag in Landshut vergessen zu machen.

                                                                            Patrick Lunz

 
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